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Meine Stadtwerke

Gas

altes Gaswerk
runder Gastank
altes Gaskraftwerk
alte Gastanks
 

Seit 1861:
Die trockene Destillation - aus Kohle durch Erhitzen unter Luftabschluss ein brennbares Gas zu gewinnen - war schon lange bekannt, als 1792 der Engländer Murdock sein Haus in Rodruth in Cornwall mit Gas beleuchtete. Klagenfurt mit seinen 14.000-15.000 Einwohnern, schloss im Jahre 1860 mit dem Augsburger Fabrikanten L. A. Riedinger einen Vertrag zur Errichtung einer Gasfabrik ab. Die Grundsteinlegung erfolgte 1861.


Bis zum ersten Aufflackern der Gasflammen hatten 455 Öllaternen die Straßen und Plätze in Klagenfurt erhellt. Ab 1862 taten dies 190 Gaslaternen, die von einer Kohlenentgasungsanlage auf dem Areal des heutigen Hallenbades ausgespeist wurden. Das erste mit Gas beleuchtete Gebäude war die Realschule, im Laufe der nächsten Jahre wurden alle Klagenfurter Vorstädte angeschlossen.

Die Erfindung des Gasglühstrumpfes durch Carl Auer von Welsbach 1885 verhalf dem Gas zum endgültigen Durchbruch. 1886 wurde die Gasgesellschaft AG mit Sitz in Augsburg gegründet, sie übernahm die Klagenfurter Gasfabrik.

Nachdem sich der elektrische Strom, den es seit Februar 1902 in Klagenfurt gab, als wesentlich sicherer und komfortabler für Beleuchtungszwecke erwiesen hatte, erfreute sich das Gas für Heiz- und Kochzwecke steigender Beliebtheit. Auch Heißluftballons wurden mit dem Klagenfurter Leuchtgas gefüllt. Die Jahre des Ersten Weltkrieges waren schwierig, denn Kohle zur Gaserzeugung war nur mit Genehmigung des Kriegsministeriums zu bekommen. Zeitweilig wurde deshalb auch Holz vergast.  Die Inflation nach Kriegsende versetzte dem Gaswerk fast den Todesstoß. Die Erlöse reichten nicht mehr zum Ankauf der notwendigen Kohle aus, so dass die Gaserzeugung vorübergehend eingestellt werden musste. Dies sowie die etwas unglücklich agierende Geschäftsführung der Gasgesellschaft AG führten schließlich 1926 zum Ausgleich und 1927 zum Konkurs. Das Gaswerk Klagenfurt wurde daraufhin, nach umfangreichen Investitionen, von der Brandenburgischen Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke AG Berlin übernommen.


Der Ausbau des Klagenfurter Gasnetzes ging rapide voran, und mit der Erweiterung des Netzes entwickelte sich der Verbrauch kontinuierlich. Von der bisherigen Erzeugung von Leuchtgas in Retorten war man auf zwei wesentlich effektvollere Generatoröfen übergegangen.

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges - Ende Februar 1945 - wurde das Gaswerk durch Bombentreffer schwerst beschädigt und eine weitere Gasproduktion und -lieferung war nicht mehr möglich. Nach Kriegsende ging das zerstörte Werk als ehemaliges deutsches Eigentum in den Besitz der Stadt über. 1949 übernahmen die Stadtwerke Klagenfurt den Trümmerhaufen in die „öffentliche Verwaltung". 1950 beschloss man, das Gaswerk als Betrieb der Stadtwerke wieder zu beleben, worauf mit der Wiederherstellung der Anlagen und des Rohrnetzes mit Hilfe von ERP-Mitteln begonnen wurde. Am 16.9.1952 lieferte das neue Werk erstmals wieder Gas ins Netz.

Durch den steigenden Bedarf und vor allem zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen war der Bau eines zweiten Vertikalkammerofens und die Installierung einer Flüssiggas-Luft-Mischanlage (1956) notwendig geworden. Am 13.6.1958 ging das Gaswerk durch Kauf endgültig in das Eigentum der Stadtwerke Klagenfurt über. Das äußere Erscheinungsbild des Gaswerkes wurde noch typischer, als 1961 ein 3.000 m3 Gas fassender Gasometer errichtet wurde.

Bedingt durch teilweise Überalterung und ständig zunehmende Kosten beim Kohle-Einkauf, nahmen trotz der permanent steigenden Gasabnahme die jährlichen Verluste laufend zu. Daher wurde der Beschluss gefasst, auf einem Grundstück in der Nähe eines Großabnehmers im Industriegelände ein neues Gaswerk zu errichten. Dieses nahm am  24. 9. 1966 die Versorgung als moderne Flüssiggas-Luft-Mischanlage auf.

In der Folge wurde das alte Gaswerk demontiert, den Schlussstrich bildete die Sprengung des 56 m hohen Schlotes am 13.3.1968 um 10 Uhr vormittags.

Auf jenem Areal, auf dem über 100 Jahre das Gaswerk gestanden hatte, entstand das Hallenbad Klagenfurt.

1979 bis 1984: Durchführung eines Rohrnetzsanierungsprogramms, Klagenfurt  verfügt somit über eines der sichersten Gasnetze Europas; ein Meilenstein für die Zukunft der Gasversorgung der Landeshauptstadt wird mit der Unterzeichnung eines Erdgaslieferungsvertrages mit der KELAG gesetzt;
1986: Verlegung der Rohrleitung von der Übernahmestelle der TAG bis zum Gaswerk sowie der Bau zweier Druckregelstationen - am 25. August 1986 um 4 Uhr früh wurde das erste Mal mit Erdgas in das Netz gefahren;
1987 bis 1989: größere Sanierungsarbeiten im Niederdrucknetz
1990: Beginn der Netzausbau mit PE-Rohren
1991-1996: werden die Ebenthalersiedlung (91/92), Welzenegg (93/94) und die Industriezone Ost (95/96) an das Erdgasnetz angeschlossen; durch den Bau der Hochdruckleitung von Karnburg nach Poppichl und den Bau der Übergabestation in Poppichl wird der Bereich Tessendorf erschlossen;
1998-1999: Einspeisung von Poppichl bis zur Schleppe Kurve und weiter bis zum Fernheizkraftwerk
2000: enorme Erhöhung der Versorgungssicherheit durch den Bau der Druckreduzierstationen FHKW - Schleppe;
2000 bis 2005: Bau kleinerer Druckreduzierstationen, zusätzlich Netzausbau und Sanierung von bestehenden Versorgungsleitungen;
2005: Umstrukturierung bei der Stadtwerke Klagenfurt AG, Einbringung des Gaswerkes in die Energie Klagenfurt GmbH, Standortwechsel in die Pischeldorfer Straße. Die Energiebereiche Strom, Gas, Fernwärme wurden in die Tochtergesellschaft „Energie Klagenfurt GmbH“ abgespaltet.